100 Jahre Stadtwerke Stadtoldendorf
Die Stadtwerke Stadtoldendorf können im Vergleich zu vielen Kommunen ähnlicher Größe auf eine lange Geschichte zurückblicken. Mit dem Bau des Wasserwerks und der Gasanstalt von 1903 bis 1905 zählte Stadtoldendorf zu Beginn des vorigen Jahrhunderts zu den modernen Städten. Der Stand der kommunalen Wasser- und Energieversorgung war gerade in dieser Zeit ein Zeichen für Fortschritt und Wirtschaftswachstum.
Offizielles Gründungsdatum der Stadtwerke Stadtoldendorf ist der 23. Juli 1903. An diesem Tag hatten die Mitglieder der Stadtverordnetenversammlung die zukunftsweisende Entscheidung getroffen, ein Gaswerk zu bauen.
Die Trinkwasserversorgung der Stadtwerke Stadtoldendorf wurde ebenfalls 1903 begonnen - zunächst mit Wasserförderanlagen in Schorborn, die bis Ende der 60er Jahre für die Versorgung der Bevölkerung genutzt werden konnten. Als Ersatz wurde ab 1966/67 eine Grundwassergewinnungsanlage im Negenborner Feld errichtet, die 1976 fertigstellt wurde und über ausreichende Kapazitäten verfügte. Vier Jahre zuvor, im Jahr 1972, war bereits ein großer, moderner Hochbehälter auf dem Kellberg gebaut worden - bis heute das wichtigste Trinkwasserreservoir der Stadt. Die hier 1997 installierte Entarsenungsanlage hat bundesweite Beachtung gefunden. In Kooperation mit der Technischen Universität Berlin waren verschiedene Filterverfahren getestet worden, von denen sich eines als besonders wirkungsvoll erwies. Dieses Filterverfahren bürgt seither für die Versorgung der Bürger mit weitgehend arsenfreiem Trinkwasser. Die Gasversorgung der Stadt Stadtoldendorf wurde jahrzehntelang über die Eigenherstellung des Stadtgases in „klassischer Form“, d.h. mittels kohlebefeuerter Gasöfen sichergestellt. Mitte der 60er Jahre genügte die herkömmliche Gasproduktion nicht mehr den gestiegenen Ansprüchen, so dass über Alternativen nachgedacht wurde.
1965 erfolgte die Umstellung auf eine moderne Propan-Luft-Mischanlage. Nach dem Anschluss an das überregionale Erdgasnetz war auch dieses Kapitel im Oktober 1977 beendet. Heute versorgen die Stadtwerke Stadtoldendorf ausschließlich Kunden im Stadtgebiet von Stadtoldendorf mit Erdgas. Während die Stadtwerke seit ihrer Gründung im Juli 1903 als Eigenbetrieb der Stadt Stadtoldendorf tätig waren, wurde der Eigenbetrieb zum 1. Januar 1973 in eine GmbH umgewandelt. Geschäftsführer der Stadtwerke Stadtoldendorf ist seit dem 10. Juni 1997 Harald Butchereit. Vorsitzender des Aufsichtsrats ist Ratsmitglied Stephan Abels.
Eine Wegmarke für die Stadtwerke war der 1. Januar 1990. An diesem Tag trat die Samtgemeinde Stadtoldendorf unter Einbringung ihrer Wasserversorgungsanlagen in die Gesellschaft ein. Gleichzeitig übernahm die Elektrizitätswerk Wesertal GmbH (jetzt E.ON Westfalen Weser) die technische Betriebsführung der Stadtwerke Stadtoldendorf. Im Rahmen der technischen Betriebsführung der Stadtwerke ist Wesertal für die Versorgung mit Erdgas und Wasser zuständig. Seit Anfang 1999 obliegen Wesertal auch die kaufmännischen Dienstleistungen. Stadtwerke-Geschäftsführer Harald Butchereit: „Die Betriebsführung durch Wesertal hat sich bewährt. Mit unserem neuen Partner E.ON Westfalen Weser verbinde ich die Hoffnung auf eine ähnlich fruchtbare Zusammenarbeit.“
Damit werden die rund 5000 Wasserkunden und 1800 Gaskunden in Stadtoldendorf aus einer Hand betreut und versorgt. E.ON Westfalen Weser gewährleistet neben der Abwicklung des gesamten Zahlungsverkehrs und des Rechnungswesens unter anderem auch Aufgaben im Bereich des Controlling, der Materialwirtschaft, des Versicherungswesens sowie der Öffentlichkeitsarbeit. Die Geschäftsräume der Stadtwerke Stadtoldendorf bzw. der Betriebsstelle von E.ON Westfalen Weser befinden sich nach dem Umzug vom Holeburgweg im Juli 2002 in der Eschershäuser Straße 1.
Neben dem Technischen Leiter Klaus-Günther Maischack stehen ein Gas-/Wassermeister sowie zwei Gas-/Wassermonteure für die Wartung und Instandsetzung der Netze bereit. Ein Sachbearbeiter kümmert sich um kaufmännische Dienstleistungen, eine weitere Mitarbeiterin um die Buchhaltung. „Die Unterhaltung des gesamten Gas- und Wassernetzes sowie die Planung von Investitionsmaßnahmen wird hier vor Ort geleistet“, erklärt Maischack. Zu nennen sind in diesem Zusammenhang unter anderem Planungsaufgaben für Neubaugebiete, den Austausch der Gas-Graugussrohre oder die Verlegung neuer Wasserleitungen.
Weiterer Aufgabenschwerpunkt der Mitarbeiter ist der Betrieb des eigenen Wasserwerkes, das aus den drei Brunnen im Negenborner Feld Grundwasser fördert. Gemeinsam mit E.ON Westfalen Weser stellen die Stadtwerke die Trinkwasserversorgung von mehr als 11.400 Einwohner der Stadt und Samtgemeinde sicher. Aus den drei Brunnen im Negenborner Feld werden pro Jahr über 600.000 Kubikmeter Wasser gefördert. Das Rohwasser gelangt in einen zweiteiligen Hochbehälter mit einem Fassungsvermögen von 4000 Kubikmeter. Der maximale Tagesbedarf beträgt im Sommer 1700 Kubikmeter, im Winter 1200 Kubikmeter.
Mit Blick auf die sich ändernden Rahmenbedingungen auf den liberalisierten Energiemärkten zeigt sich Stadtwerke-Geschäftsführer Harald Butchereit zuversichtlich: „In den vergangenen Jahren hat sich gezeigt, dass sich auch kleinere Stadtwerke im Wettbewerb behaupten und wirtschaftlich arbeiten können. Für die Stadtwerke Stadtoldendorf wird das aus heutiger Sicht auch in Zukunft so bleiben.“